Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James hat Klage gegen Capital One eingereicht. Laut der Klage, die am 14. Mai vor einem Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurde, habe die Bank ihre Kundinnen und Kunden in die Irre geführt und ihnen Zinsen in Millionenhöhe vorenthalten. Das Institut habe sein Konto „360 Savings“ als attraktiv verzinstes Produkt beworben, bei steigenden Marktzinsen allerdings nicht nachgezogen.
Kundinnen und Kunden verpassten bessere Konditionen
Statt den Zinssatz des älteren Kontos anzuheben, legte Capital One ein neues Produkt auf: „360 Performance Savings“ bot Zinssätze von bis zu 4,35 %. Wer jedoch weiterhin das ältere „360 Savings“-Konto nutzte, erhielt lediglich 0,3 %. Viele wussten nichts von der besseren Alternative und verloren über die Jahre Hunderte Dollar.
Ein deutlicher Zinsverlust
Die Klage verdeutlicht, wie viel Geld dadurch entgangen sein könnte: Eine Person, die 9 000 $ fünf Jahre lang auf dem „360 Savings“-Konto ließ, erhielt insgesamt nur 167 €. Auf dem „360 Performance“-Konto hätte derselbe Betrag rund 974 $ eingebracht. Der Bundesstaat argumentiert, die Bank habe diese Lücke bewusst geschaffen, um Kund*innen im niedrig verzinsten Konto zu halten.
Informationen zu höheren Zinsen angeblich verschwiegen
Dem Verfahren zufolge wies Capital One Beschäftigte an, das neuere, höher verzinste Konto nur dann zu erwähnen, wenn Kund*innen explizit danach fragten.
So blieben viele im Unklaren über bessere Alternativen. James betonte, Banken müssten ehrlich und transparent mit dem Geld der Menschen umgehen. Sie nannte das Verhalten des Instituts irreführend und schädlich – gerade in Zeiten steigender Zinsen.
Wachsende Sensibilität für Finanzfairness
Die Klage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Vertrauen in große Banken auf dem Prüfstand steht. Die jüngst angekündigte Fusion von Capital One und Discover im Wert von 32 Milliarden Euro hat bereits Bedenken hinsichtlich Fairness und Transparenz geweckt.
Wenn Banken bessere Produkte einführen, ohne Bestandskund*innen zu informieren, untergräbt das das Vertrauen. Finanzinstitute haben die Pflicht, Kundinnen und Kunden fair zu behandeln – nicht nur formal die Regeln einzuhalten. Für viele ist das Sparkonto ein zentraler Baustein der finanziellen Absicherung; fehlende Information kann langfristige Folgen haben.
Der Fall könnte andere Banken dazu veranlassen, ihr Vorgehen bei Produktänderungen und der Kommunikation mit ihren Kund*innen zu überdenken.

